Über mich

Ich bin Karl Grosz. Die kurze Fassung wird der Sache nicht gerecht.

Vom Einzelhandel über den Betriebsmanager bis zum Qualitätsmanagement, nebenher Musik seit 1993 und Gestaltung seit 2016 – und irgendwann kam das alles in einem einzigen Laden zusammen. Hier steht die lange Fassung, auch der Teil, der Jahre gedauert hat.

Es fing mit Musik an

Angefangen hat es mit einer Gitarre vom Flohmarkt. Ich war elf und hatte an diesem Tag mit meinem ältesten Freund – wir kennen uns, seit ich sechs bin – und seinen Eltern ein paar Spielsachen verkauft. Das Geld ging für ein abgenutztes Instrument drauf, vierzig Mark, das ich nach Hause schleppte.

Die ersten Akkorde brachte ich mir aus dem Musikbuch meines Bruders bei. Für ein paar reichte es, für die Lieder darin nicht – ich konnte sie weder auswendig noch sauber nachspielen. Also erfand ich aus Spaß eigene, die zu den Akkorden passten, die ich schon konnte. Das Songschreiben kam bei mir nicht aus einem Talent, sondern aus einer Lücke. Dass daraus einmal ein so großer Teil meines Lebens werden würde, stand an diesem Nachmittag nicht zur Debatte.

Ernst wurde es 1993, und was in den Jahren danach entstanden ist, füllt inzwischen Ordner: hunderte Songs, von denen die meisten nie jemand gehört hat.

Das lag nicht daran, dass sie schlecht gewesen wären, sondern daran, dass ein einzelner Mensch im Arbeitszimmer irgendwann an eine Grenze stößt. Das Schlagzeug steht dort nicht wirklich im Raum. Der Chor im Refrain ist dieselbe Stimme, achtmal übereinandergelegt. Und die Bläsersätze existieren ausschließlich im Kopf.

Ganz folgenlos blieb es trotzdem nicht. 1997 lud Radio Ton mich als Gastmusiker auf die Coca-Cola-Showbühne ein, draußen auf dem Baseballfeld vor dem Stadion, bevor die Türen zum Konzert der Backstreet Boys aufgingen – und auf der Aftershow-Party haben wir dann zusammen getanzt. 2010 kam Platz 15 von über dreitausend Bewerbern bei YouTube Secret Talents dazu, quer durch alle Kategorien, und 2011 ein Auftritt beim YouTube-Video-Day auf der Gamescom. Kleine Erfolge, keine Karriere, aber genug, um zu wissen, dass die Lieder nicht nur in meinem eigenen Kopf funktionieren.

Wer schon einmal etwas gemacht hat, das er gut fand, und es dann liegen lassen musste, weil der letzte Schritt gefehlt hat, weiß trotzdem, wie sich das anfühlt. Es ist kein lautes Scheitern, sondern ein stilles.

Bereut habe ich davon nichts. Ob am Ende Erfolg herauskommt, entscheidet nämlich nicht darüber, ob man es war – und warum ich mich bis heute Songwriter nenne, steht auf der Musikseite ausführlicher, als es hierhin passt.

Dann kam die Gestaltung dazu

Von Musik allein wird niemand satt, und so ist aus dem, was ich mir nebenbei beigebracht hatte, ab 2016 ein zweites Standbein geworden: Grafik und Web für Gründer, für kleine Betriebe und für Menschen, die eine Idee hatten, aber nicht wussten, wie man daraus ein Geschäft macht.

Das war die lehrreichste Zeit, die ich je hatte, und zwar weil man an fremden Projekten Dinge sieht, die man bei den eigenen übersieht. Dass die meisten Vorhaben nicht an der Idee scheitern, sondern an der Rechnung darunter, zum Beispiel. Oder dass ein schönes Logo keinen Laden rettet, ein klarer Satz über dem Preis aber manchmal schon.

Und es hat Spaß gemacht. Ein Projekt von der ersten Skizze an zu begleiten, ein Konzept zu entwickeln, zu gestalten und alles fertig zu machen – das ist eine schöne Arbeit, und ich würde keinen dieser Aufträge zurücknehmen wollen.

Nur kam danach jedes Mal derselbe Moment. Der Auftrag war vorbei, ich habe übergeben, und das, was da entstanden war, gehörte jemand anderem. Nicht im Streit, sondern völlig zu Recht – dafür war ich ja bezahlt worden. Es blieb trotzdem etwas zurück.

Am Ende stand jedes Mal etwas Fertiges, auf das ich stolz war. Und es gehörte mir nicht.

Dazu kam etwas, das vermutlich jeder kennt, der Gründer begleitet. Am Anfang ist das Budget klein, man hilft gern über die Rechnung hinaus, weil man die Idee gut findet und mitfiebert. Läuft der Laden dann, ist die Hilfe selbstverständlich geworden – und während die nächste Frage schon im Postfach liegt, bleibt die letzte Rechnung offen. Das war nicht der Hauptgrund für meinen Schlussstrich, aber es hat ihn leichter gemacht. Die längere Fassung steht im Journal.

Irgendwann ging mir dieser Gedanke nicht mehr aus dem Kopf: Ich will auch einmal etwas machen, das bleibt. Ich wusste nur lange nicht, was.

Darunter lief der Hauptberuf

Angefangen habe ich im Einzelhandel, also dort, wo man sehr schnell lernt, dass zwischen einem guten Produkt und einem verkauften Produkt ein Mensch steht, der beraten werden will. Über viele Stationen und viele Jahre ist daraus mehr geworden: erst Verantwortung für Abläufe, dann für einen Betrieb, bis hin zum Betriebsmanager.

Heute bin ich zusätzlich für das Qualitätsmanagement zuständig und setze dort ISO-, BAM- und EcoVadis-Audits um. Das klingt nach dem trockensten Teil dieser Seite, und es ist der, der am meisten abgefärbt hat. Wer einmal ein Audit vorbereitet hat, denkt danach in Abläufen statt in Einzelfällen: Was passiert wann, wer ist zuständig, woran merkt man, dass es stimmt, und was tut man, wenn es nicht stimmt.

Kalkulieren, einkaufen, verhandeln, Zahlen lesen und ihnen misstrauen, bis sie stimmen – zusammen mit dieser Denkweise ist das der unsichtbarste Teil meiner Arbeit und zugleich der, der am längsten hält.

K-MULTIMEDIA wurde das Dach

Irgendwann brauchte das alles einen Namen, unter dem es zusammenpasst, und der Name wurde K-MULTIMEDIA. Darunter laufen bis heute meine Produktionen zusammen – Audio, Film und Musik, Web- und Grafikdesign, dazu die Begleitung von Existenzgründern.

Das Praktische an einem Dach ist, dass darunter Dinge entstehen dürfen, die man vorher nicht geplant hat. Wenn aus einer Arbeit etwas wird, das für sich stehen kann, bekommt es einen eigenen Namen und geht seinen eigenen Weg: HalloGeschenk.de, HGDE Studios, Sortylendo, die Quiz-Show, Engelsgleich, Superkalle. Alle sind hier entstanden, und keine von ihnen war von Anfang an als Marke gedacht.

Der Oktober, in dem ich beides beendet und begonnen habe

Im Oktober 2023 habe ich entschieden, keine neuen Kunden mehr anzunehmen. Das klingt nach einem mutigen Satz, in Wahrheit war es vor allem ein unbequemer.

Auftragsarbeit ist nämlich angenehm planbar: Jemand sagt dir, was er will, jemand sagt dir, wann es fertig ist, und jemand bezahlt dafür, lange bevor du weißt, ob die Idee überhaupt gut war. Eigene Produkte haben nichts davon. Sie bringen am Anfang nichts ein und kosten trotzdem dieselbe Zeit.

Dreimal hatte ich vorher versucht, es schleichend zu machen – erst weniger Aufträge, dann irgendwann gar keine mehr. Es hat nie funktioniert, weil die bezahlte Stunde die unbezahlte jedes Mal schlägt, und das sogar zu Recht. Es brauchte ein Datum, nicht einen Vorsatz.

Der erste Versuch ging komplett daneben

Mein erster eigener Anlauf war ein Onlinekurs: HalloKickstart, genauer „Der Kickstart für Bewertungen“. Es ging darum, wie Gastronomen die Bewertungen, mit denen sie täglich zu kämpfen haben, als Werkzeug benutzen statt sie zu fürchten. Siebzehn Lektionen, über vier Stunden Material habe ich dafür produziert, und ich war so überzeugt davon, dass ich sogar Radiowerbung geschaltet habe. Bezahlt habe ich sie, indem ich den iMac verkaufte, auf dem ich den Kurs produziert hatte. Eine ziemlich verrückte Aktion.

Zwei Wochen Radio, dazu viele Kampagnen im Netz – und kein einziger verkaufter Kurs.

Der Grund war unangenehm einfach, und ich hätte ihn wissen können. Genau die Leute, die mich im echten Leben ständig um Hilfe gebeten hatten, wollten das gar nicht selbst lernen. Sie müssen schließlich kochen und ihr Geschäft führen. Ich hatte „Hilf mir“ mit „Bring es mir bei“ verwechselt. Und während ich noch bewarb, kam die KI über Nacht – wer braucht dann noch einen Kurs darüber, wie man richtig formuliert?

Geblieben ist trotzdem einiges: Ich weiß jetzt, wie man einen Onlinekurs produziert, und das war später ein Vorlauf für die Quiz-Show, bei der am Ende über acht Stunden Material entstehen sollten. Nur war es eben nicht das, was ich wirklich machen wollte.

Und dann kam die Antwort über Nacht

Am 9. Oktober 2023 bin ich mit dem fertigen Namen aufgewacht. Nicht mit einer Richtung, sondern im Aufwachtraum, mit dem Schriftzug und dem ersten Logo klar vor Augen: HalloGeschenk.de – Schöne Momente im Paket. Sieben Wochen später, am 30. November 2023, ging der Laden an den Start.

Gedacht war das von Anfang an größer als ein Sortiment: irgendwann selbst Arbeitgeber sein, Arbeitsplätze schaffen, Aktionen und Events machen, soziale Projekte unterstützen und Werbung und Musik mit echten Menschen produzieren. Daran arbeite ich bis heute.

Es war die Antwort auf die Frage, die mir so lange nachgegangen war. Seitdem ist alles, was ich veröffentliche, von mir: der Shop, die Apps, das Spiel, die Musik, die Texte. Das ist weniger glamourös, als es klingt, und bedeutet vor allem, dass niemand da ist, der den langweiligen Teil übernimmt.

Dafür ist am Ende eines Projekts niemand mehr da, dem ich es übergebe.

Und dann kam plötzlich alles zusammen

Womit ich nicht gerechnet hatte: HalloGeschenk.de ist kein Onlineshop im Sinne eines Regals mit Bestellknopf. Der Laden steht auf Personalisierung, auf eigenen Designs und auf einer ganzen Menge Technik, die dafür sorgt, dass aus einem eingegebenen Namen am Ende eine saubere Druckdatei wird.

Damit war auf einmal alles gleichzeitig gefragt. Der Verkauf und die Beratung aus dem Einzelhandel. Das Grafik- und Webdesign, mit dem Theme, den Bannern und den Produktfotos. Die Kalkulation, weil jedes Veredelungsverfahren anders rechnet. Und das Qualitätsmanagement, weil ein Shop mit personalisierten Produkten ohne saubere Abläufe sehr schnell sehr unangenehm wird – deshalb steckt in diesem Laden mehr Struktur, als man ihm ansieht.

Von dort ging es Stufe für Stufe weiter. Aus der Technik hinter der Personalisierung wurde eine eigene Shopify-App, aus der Shopify-App wurden Android-Apps, und in der Quiz-Show sind am Ende die Songwriter-Jahre wieder aufgetaucht – diesmal als Songtexte und Moderation, nicht als eigene Aufnahme.

Wie ich heute arbeite

Ich baue lieber eine Sache, die eine einzige Frage vollständig beantwortet, als zehn, die alles ein bisschen können. Man sieht das den Sortylendo-Apps an: Jede einzelne ist für einen bestimmten Moment gebaut und nicht für eine Funktionsliste.

Drei Dinge halte ich dabei durch, auch wenn sie mich manchmal Reichweite kosten:

  • Keine erfundenen Zahlen. Eine Szene darf man erzählen, eine Statistik nicht behaupten – und wenn auf meinen Seiten eine Zahl steht, dann ist sie gezählt.
  • Was du einträgst, bleibt bei dir. Meine Apps brauchen kein Konto und laden nichts hoch, was mich mehr Arbeit kostet und dir Vertrauen erspart, das ich sonst erst aufbauen müsste.
  • Fertig heißt fertig. Eine Fassung, die ich selbst nicht benutzen würde, geht nicht raus, auch wenn sie vier Wochen früher fertig wäre.

Nein, ich tanze nicht auf sechzehn Hochzeiten

Diese Seite liest sich vermutlich wie jemand, der überall gleichzeitig mitmischt. Ein Shop, Apps, ein Hörbuch-Musical, eine Buchreihe, eine Quiz-Show-App – das klingt nach einem Kalender, in dem jeden Tag etwas anderes dran ist. So arbeite ich nicht, und so hat das auch nie funktioniert.

Ich arbeite in Wellen und nutze das Momentum. Wenn gerade die Musik dran ist, sind es ein paar Wochen Musik, und zwar jeden Abend. Dann küsst mich die Muse für das Buch, und für eine Weile ist das Buch das Einzige, was zählt. Manche Dinge nehme ich mir bewusst vor, räume alles andere beiseite und bringe sie zu Ende, bevor ich etwas Neues anfange. Was einen Anfang hat, bekommt bei mir auch ein Ende.

Dazu gehört die unbequemere Hälfte: Ich bin realistisch genug, um zu merken, wann ein Projekt vorbei ist. Die Hoffnung stirbt zuletzt – aber sie stirbt, und man sollte dabei sein, wenn es passiert. Lieber höre ich einen Monat zu spät auf als zwei Jahre. Was ich nicht will, ist mir später sagen zu müssen: hätte ich doch.

Und der Rest

Ich schreibe weiter Songs, arbeite an einer Buchreihe und schreibe die Texte für eine Quiz-Show mit zwei Figuren, die es im Fernsehen nie gegeben hat. Das ist kein Nebenschauplatz, sondern derselbe Antrieb in anderer Form – etwas bauen, das vorher nicht da war, und es so weit bringen, dass es auch ohne mich funktioniert.

Und bevor jemand nachrechnet: Nein, das passiert nicht alles in derselben Woche.

Auf einen Blick

  • NameKarl Grosz
  • KünstlernameKharez Delamani
  • OrtMannheim
  • Musik seit1993
  • Gestaltung seit2016
  • Eigene Produkte seitOktober 2023
  • HalloGeschenk.de seit30. November 2023
  • Kaufmännischüber 30 Jahre
  • HauptberufBetriebsmanagement, Qualitätsmanagement
  • AuditsISO, BAM, EcoVadis
  • Aufträgenehme ich nicht an

Womit ich arbeite

Werkzeuge, keine Bekenntnisse

Ich bin in kein Lager verliebt. Entscheidend ist, was die Sache trägt und wer sie später pflegen muss – und das bin meistens ich.

Handel und Shop

Shopify mit eigenem Theme, dazu Produktdaten, Kalkulation, Fotografie, Texte und Suchmaschinenarbeit. Und die Veredelungspartner, die am Ende liefern müssen, damit aus einer Bestellung ein Paket wird.

Software

Web-Apps, die offline laufen und trotzdem als App im Play Store landen. Shopify-Erweiterungen mit echten Rabattfunktionen. Und WordPress überall dort, wo es sich lohnt – wie bei dieser Seite.

Ton und Bild

Songwriting, Gesang, Produktion, Videoschnitt und Vertonung. Für die Quiz-Show bedeutet das über acht Stunden Ton, die jemand erst schreiben und dann einsprechen musste.

Was dabei herausgekommen ist

Ein Shop, fünf Apps, eine Shopify-Erweiterung, eine Quiz-Show-App, ein Hörbuch-Musical und eine Buchreihe – die ganze Übersicht steht auf einer Seite.