Warum ich den Seitenbaukasten von meiner eigenen Website geworfen habe

Ein gekauftes Theme, ein Baukasten obendrauf – und trotzdem komplett neu gebaut. Was der Umbau gekostet hat und was er einspart.

Diese Seite lief jahrelang auf einem gekauften Theme mit einem Seitenbaukasten obendrauf, und sie sah ordentlich aus. Trotzdem habe ich sie komplett neu gebaut, ohne Baukasten und mit einem eigenen Theme – und hier steht, warum sich das gelohnt hat.

Der Baukasten war nie das Problem

Vorweg, damit kein falscher Eindruck entsteht: Ein Seitenbaukasten ist ein gutes Werkzeug für genau den Fall, für den er gemacht wurde. Jemand soll Seiten bauen können, ohne Code zu schreiben. Das funktioniert, und ich habe damit über Jahre Kundenseiten gebaut, die ihren Zweck erfüllt haben.

Das Problem entsteht, wenn der Baukasten nicht mehr das Werkzeug ist, sondern die Grundlage. Dann steckt die Gestaltung nicht in einer Datei, die man lesen kann, sondern in tausenden Einstellungen in der Datenbank. Eine Abstandsänderung, die überall gelten soll, wird zu einer Klickarbeit auf dreißig Seiten.

Was mir konkret auf die Nerven ging

  • Was dabei herauskommt, ist unnötig verschachtelt: Für einen Absatz mit Überschrift entstehen vier ineinandergeschobene Container, und das ist kein Schönheitsfehler, sondern macht jede spätere Änderung an der Struktur riskant.
  • Die Ladezeit leidet, weil mehrere Stylesheets und Skripte mitkommen, von denen die Seite nur einen Bruchteil benutzt – dazu Schriften von fremden Servern, die ich aus Datenschutzgründen ohnehin abschalten musste.
  • Und man hängt daran: Wer den Baukasten abschaltet, hat die Seiten nicht etwa kaputt, sondern schlicht nicht mehr. Das ist ein unangenehmer Zustand für etwas, das die eigene Visitenkarte sein soll.

Was jetzt drin ist

Ein eigenes Theme, etwa tausend Zeilen CSS und ein paar PHP-Vorlagen. Keine fremden Schriften, keine Tracker, kein Baukasten. Der Inhalt liegt in den normalen WordPress-Blöcken, also in dem Format, das ohnehin jeder WordPress-Installation beiliegt. Wenn das Theme eines Tages weg ist, sind die Texte immer noch da.

Die Gestaltung steckt in ungefähr zwanzig Variablen am Anfang der Stildatei: Farben, Abstände, Schriftgrößen. Eine Änderung dort wirkt überall. Das ist der eigentliche Gewinn – nicht die Ladezeit, sondern dass ich das System in zwei Minuten erklären kann.

Für wen sich das lohnt

Nicht für jeden. Wer eine Seite pflegen lassen will, ohne sich für Technik zu interessieren, ist mit einem Baukasten besser dran, und das ist keine Schwäche. Wer dagegen selbst entwickelt und seine eigene Seite jedes Mal mit spitzen Fingern anfasst, sollte sich fragen, warum.

Bei mir hat der Umbau zwei Tage gekostet. Die Seite davor hat mich jedes Mal einen halben Abend gekostet, wenn ich etwas ändern wollte. Die Rechnung geht ziemlich schnell auf.

Weiterlesen

Alles, woran ich gerade baue

Ein Shop, fünf Apps, eine Shopify-Erweiterung, eine Quiz-Show, ein Musical und eine Buchreihe – alles unter einem Dach.