Keine meiner Apps hat eine Anmeldung. Keine speichert etwas auf einem Server. Das ist eine Entscheidung mit Preis – hier steht, was sie kostet und warum ich sie trotzdem jedes Mal wieder treffe.
Was der Verzicht einspart
Eine App ohne Konto braucht keine Nutzerverwaltung, keine Passwort-Zurücksetzung, keine Löschfunktion nach Auskunftsersuchen, keine Serverkosten, keine Sicherheitsaktualisierungen für fremde Bibliotheken auf einem Server, der nachts allein dasteht. Sie braucht auch keine Datenschutzerklärung, die erklärt, was mit Daten passiert, die es nicht gibt.
Für einen Einzelnen ist das kein Komfort, sondern eine Existenzfrage. Sechs Apps mit Nutzerkonten zu betreiben, wäre eine Daueraufgabe, die mich vom Bauen abhalten würde. Das ist der unromantische, aber ehrlichste Grund.
Was der Verzicht kostet
Alles, was sonst von selbst passiert, muss man selbst lösen:
- Der Umzug auf ein neues Gerät läuft ohne Wolke nicht von allein. Es braucht eine Sicherungsdatei, die man exportiert und wieder einliest, und eine Oberfläche, die so klar ist, dass es auch wirklich jemand tut.
- Mehrere Geräte gleichzeitig gibt es nicht. Wer auf dem Tablet weitermachen möchte, muss die Sicherung übertragen, und das ist unbequem, auch wenn es selten vorkommt.
- Und dann ist da der Totalverlust: Ein gelöschter Browserspeicher nimmt die Karten mit. Das ist die unangenehme Kehrseite, und deshalb steht sie auch im Store und nicht im Kleingedruckten.
Der Fehler, den ich dabei gemacht habe
Anfangs lagen alle Apps unter derselben Internetadresse und teilten sich damit den Speicher des Browsers. Getrennt waren sie nur durch die Namen, die ich den Datenbanken gegeben hatte, und das funktioniert genau so lange, wie sich jede App an die Namensregel hält – bis eine es eben nicht tat.
Heute hat jede App ihre eigene Adresse. Für den Browser sind das verschiedene Welten, und er erzwingt die Trennung, statt sie zu erhoffen. Die eigenen Namenspräfixe sind trotzdem drin – als zweites Netz, das nichts kostet.
Der Umzug hatte einen Preis, den ich offen sagen muss: Gespeicherte Karten hängen an der Adresse. Wer eine App unter der alten benutzt hat, findet seine Daten unter der neuen nicht wieder. Sie sind nicht gelöscht, sie liegen nur im Browser unter dem alten Ort. Das ist genau die Art Detail, die man beim Planen übersieht und hinterher erklären muss.
Wann ich es anders machen würde
Wenn Daten geteilt werden müssen. Eine Umzugsliste, an der zwei Personen gleichzeitig arbeiten, geht ohne Server nicht. Dann aber bitte richtig – mit Konto, mit Verschlüsselung, mit einer Löschfunktion, die wirklich löscht.
Solange eine App nur eine Frage für eine Person beantwortet, ist der Server überflüssiger Ballast. Und Ballast, den man nicht hat, kann auch nicht gehackt werden.